WordPress Marktanteil auf 42% gestiegen! Gibt es Alternativen zu WordPress?

WordPress Marktanteil auf 42% gestiegen! Gibt es Alternativen zu WordPress?

Mehr als 42% aller Webseiten der Welt nutzen aktuell WordPress. Vor wenigen Jahren waren es „nur“ ein Drittel. Ende 2020 wurde vom t3n Magazin sogar ein Marktanteil von 50% im Jahre 2025 prognostiziert. WordPress ist zweifelsohne ein sehr reifes System, das für jedes Problem eine Lösung in Form eines PlugIns bereitstellt. Viele Anbieter von SaaS Lösungen bieten auch ein PlugIn für die einfache Integration ihrer Services in die bestehende WordPress Website an. Aus WordPress lässt sich fast alles machen. Und das macht WordPress so interessant.

Was macht WordPress so attraktiv für Entwickler und Anwender?

Es gibt Markplätze für Themes (Aussehen und UX)* und PlugIns (Funktionserweiterungen)*. Moderne Themes stellen jedoch auch oft sehr mächtige Funktionen* bereit, die dem Umfang eines separaten PlugIns in keinster Weise nachstehen. Und nicht nur das. Die Themes werden auch immer dynamischer. Es gibt nicht mehr nur „Theme Options“, in denen man Farben, Schriften, Logo und Ähnliches konfigurieren kann. Viele große Themes kommen mit einem Theme Builder* daher, mit dem man alle Teile einer Website mit der Funktion eines einfachen Page Builders selbst aufbauen kann (Info: Unterschied Page Builder und Theme Builder). Diese Teile sind z.B. der Header mit einem Hauptmenü, der Content-Bereich, eine Seitenspalte, der Footer und eine Fußzeile. Aber auch ganz individuelle Teile sind möglich und können je nach Bedarf mit einem Theme Builder aufgebaut werden.

Auf der anderen Seite werden auch die Page Builder PlugIns (z.B. Divi*, Elementor* und WP Bakery) immer mehr zu einem Theme Builder. Wer also seine Website mit den Page Builder PlugIns Divi*, Elementor* oder WP Bakery aufbaut, der ist am besten beraten, sich ein möglichst einfaches, leichtgewichtiges Theme auszusuchen und für das Design der Website vom Theme Builder Gebrauch zu machen.

Elementor* bietet für den Einsatz des Page und Theme Builders ein „Lightweight Theme“ namens „Hello Elementor“ an. Das macht Sinn, weil diese hochentwickelten, modernen PlugIns schon alle benötigten Ressourcen integriert haben, so dass ein aufgeblasenes Theme in Kombination mit einem Theme Builder einfach nicht mehr nötig ist und sogar schaden kann, weil es zu sehr fatalen Konflikten bei der Bereitstellung diverser Ressourcen kommen kann.

Ich bin ein großer Fan des Divi Themes*, das die Funktionalität des Divi Page und Theme Builders integriert hat. Diesen kann man aber auch als PlugIn erwerben und mit anderen Themes verwenden. Dabei sollte man sich allerdings im Vorfeld über Kompatibilität informieren, denn nicht jedes Theme ist zu 100% kompatibel mit allen Page und Theme Buildern.

Zu WordPress gibt es mittlerweile aber auch alternative CMS, die ebenfalls als selbst gehostete Open Source Lösung zum Einsatz kommen können und eine strikte Trennung von Code und Design zur Maxime haben. Ganz nach dem Vorbild von WordPress werden für diese Systeme auch eigene Marktplätze eingerichtet, in denen man Themes und PlugIns herunterladen kann, um das Basis CMS zu erweitern und im Design anzupassen.

October CMS – eine Alternative zu WordPress?

Eines davon habe ich vor ca. 1,5 Jahren installiert und ausprobiert und war sehr begeistert von October CMS. Es gibt einen integrierten Marktplatz für Themes (Aussehen) und PlugIns (Funktionserweiterungen), in dem man direkt aus dem Backend gewünschte Themes und PlugIns finden und mit zwei Klicks installieren und aktivieren kann. ABER ACHTUNG: October CMS ist mittlerweile KEIN kostenloses System mehr! Seit Anfang 2021 vollzogen sich in der Entwicklung von October CMS große Änderungen. Es ist jetzt nur noch gegen eine jährliche Gebühr nutzbar. Demnach müsste ich für meine eigenen Websites nun $240 pro Jahr berappen und für Kundenaufträge entweder auf die „Gold License“ (unlimited Projects) für $1,397 pro Jahr updaten, oder mich nach einer Alternative umsehen.

Winter CMS – Die Alternative zu WordPress!

Gut, dass eine Alternative auch direkt von einem Teil des Entwicklerteams von October CMS zur Verfügung gestellt wird. Viele waren mit diesem Weg in der Weiterentwicklung von October CMS nicht einverstanden und haben die Entwicklung geforkt und als Winter CMS neu aufgelegt. Man hält an dem ehrgeizigen Ziel weiterhin fest:

“Our big picture goal is to continue to grow and improve and eventually take over WordPress as the CMS of choice around the world.”

Wie der Ursprung (October CMS) von Winter CMS auch, basiert dieses System auf dem modernen und flexiblen PHP Framework Laravel, in dem Sicherheit und Performance an erster Stelle stehen. Damit liegt Winter CMS eine sehr moderne und zukunftsorientierte Codebase zugrunde.

An einem eigenen Marktplatz für Themes und PlugIns wird derzeit noch gearbeitet, aber man kann Erweiterungen noch aus dem Marktplatz von October CMS beziehen. Dabei sollte man auf die Versionen und Kompatibilität achten. Was genau geschehen ist und was es bei der Nutzung des October CMS Marktplatzes zu beachten gibt, findet Ihr in hier und in diesem Beitrag.

Fazit: Braucht es eine Alternative für WordPress? Wenn ja, warum?

WordPress ist seit der Erstveröffentlichung von WordPress 1.0 am 3. Januar 2004 von einer reinen Blogsoftware für Artikel mit einem Beitragsbild zu einem vollwertigen CMS herangereift, das durch diverse PlugIns mit allen gewünschten Funktionen ausgestattet werden kann, die man sich als Website-Betreiber wünscht.

WordPress – der Platzhirsch!

WordPress wird regelmäßig weiterentwickelt und mit dem Update auf WordPress Version 5.0 am 6. Dezember 2018 wurde auch der etwas in die Jahre gekommene TinyMCE Editor durch den Gutenberg Editor ersetzt und damit völlig neue Möglichkeiten in Richtung „Page Building“ geschaffen. Wer also keines der bekannten Pagebuilder und/oder Themebuilder PlugIns wie Divi, Elementor, WP Bakery (aka. Visual Composer) oder den Beaver Builder nutzt, dem werden nun auch mit dem Standard WordPress Editor „Gutenberg“ völlig neue Möglichkeiten der Webseiten- und Websitegestaltung geboten.

Insbesondere mit dem letzten großen Update „Joséphine“ auf WordPress 5.9 Anfang 2022, wurde mit der Einführung des neues WordPress Standard Themes „Twenty-Twentytwo“ erstmals mit einem Standard-Theme aus dem Hause der WordPress Entwickler der Weg in Richtung „Block Themes“ beschritten, die nun eine in WordPress integrierte Möglichkeit der freien Gestaltung aller Bereiche einer Website mit Hilfe des Gutenberg Block Builders darstellen. Die Funktion ist ähnlich der Funktion großer Theme Builder PlugIns wie Divi, Elementor und co.: Mann kann nun den visuellen Editor Gutenberg dazu nutzen, um auch die statischen Elemente, bzw. Page Templates selbst mit der Funktion eines Page Builders aufzubauen.

Auch die Marktplätze rund um WordPress Themes und PlugIns, allen voran Envato’s Themeforest* und Codecanyon*, haben ganze „Ökosysteme“ für Webdesigner und Websitebetreiber geschaffen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung in Forms eines Themes* oder PlugIns* und es kommen ständig neue hinzu, die sich zumeist an den Funktionen großer, erfolgreicher SaaS Projekte orientieren, um jedem die Möglichkeit zu bieten, mit WordPress und einem entsprechenden Theme und/oder PlugIn ähnliche Projekte zu realisieren. Ein simples Beispiel ist „eBay Kleinanzeigen“, das in seiner Funktion sehr leicht und kostengünstig durch den Einsatz der richtigen Themes* oder PlugIns* mit WordPress nachgebildet werden kann. Auch Booknetic* ist ein PlugIn für WordPress, mit dem man sich nicht nur eine Terminbuchungsoption auf der eigenen Website für einmalig $79 (zzgl. Steuern und Envato Gebühren) einrichten kann, sondern (durch den Erwerb einer erweiterten Lizenz) auch eine eigene SaaS Service-Plattform wie Calendly auf Basis von WordPress aufbauen kann.

Wenn man sich damit auf eine gute Nische spezialisiert, dann steht einer erfolgreichen und gut monetarisierbaren WordPress Website nichts mehr im Wege.

Winter CMS – Warum Winter CMS eine Alternative zu WordPress ist!

Simpel gesagt: Weil die Technologie sich geändert hat! Jemand der Anfang 2020 ein Webprojekt wie ein CMS konzipiert, dem stehen nicht nur wesentlich modernere Technologien zur Verfügung, der wird die gesamte Konzeption der Codebase auch wesentlich erfahrener und strukturierter angehen, als man es noch 2005 getan hat. Winter CMS – die im März 2021 abgespaltene Parallelentwicklung von October CMS – wurde erstmalig am 4. Juli 2016 als erste „Stable Release“ unter dem Namen October CMS veröffentlicht.

Bereits 2016 konnten die Entwickler von October CMS auf ein sehr ausgereiftes PHP Framework Laravel in der 5.1 LTS (Long Term Support) zurückgreifen und von Anfang an eine Codebase auf Basis moderner Web 2.0 Technologien konzipieren. Laravel wiederum basiert auf dem Symfony Framework, das schon seit dem 18. Oktober 2005 als kostenloses, OpenSource Entwicklungsframework für PHP Projekte veröffentlicht wird und die 2009 erstmalig veröffentlichte Twig Template Engine einsetzt.

Laravel gilt als eines der leistungsstärksten, entwicklungsfreundlichsten und meist genutzen PHP-Frameworks weltweit. Entwicklungszeiten werden signifikant verkürzt, das Thema „Cyber Security“ spielt eine große Rolle und auch die Performance des Laravel Frameworks gilt als höchst performant.

Ob es dem Team hinter Winter CMS gelingt, genug Entwickler auf seine Seite zu ziehen, um einen reichhaltigen Marktplatz mit Erweiterungen und Themes zu etablieren, wie es ihn für WordPress bereits gibt, bleibt abzuwarten.

Wenn Winter CMS einen entsprechenden Marktanteil erreicht, dann wird auch Envato höchstwahrscheinlich eine neue Rubrik auf seinen zwei Markplätzen Codecanyon* und Themeforest* einrichten: Winter CMS. Zuerst muss es dem Team hinter Winter CMS (nach dem Rückschlag durch die Entwicklung von October CMS) erst einmal gelingen, einen eigenen Marktplatz mit kostenlosen PlugIns und Themes für Winter CMS zu etablieren, um potentiellen Nutzern einen Anreiz zum Umstieg von WordPress auf Winter CMS zu bieten. Damit wären meiner Meinung nach für Winter CMS alle Voraussetzungen für eine weitere Durchdringung des Marktanteils im Bereich „Self-hosted OpenSource CMS“ geschaffen.

Wer ein wenig freie Ressourcen hat, der sollte sich Winter CMS auf jeden Fall einmal installieren und ansehen. Ich war Mitte 2020 schon sehr von October CMS beeindruckt, das nun leider ausschließlich als SaaS Modell vertrieben wird. Die benötigte Software muss also auf Basis diverser Preismodelle „gemietet“ (lizenziert) werden. Damit haben die Entwickler hinter October CMS sich selbst leider die Möglichkeit genommen, eine ernsthafte Alternative für WordPress zu werden und das daraus geforkte Projekt Winter CMS im Fortschitt um mehrere Monate oder vielleicht sogar Jahre zurückgeworfen.

Es bleibt auf jeden Fall spannend abzuwarten, welche Möglichkeiten uns durch Winter CMS insbesondere im Bereich PWA (Progressive Web App) geboten werden. Ein System, das ich auf jeden Fall auf einer Subdomain geparkt habe, um immer über den aktuellen Stand und die Update-Routinen von Winter CMS Core, PlugIns und Themes über einen längeren Zeitraum hinweg zu testen.

Hast Du bereits erste Erfahrungen mit October CMS oder Winter CMS gemacht? Wie ist Deine Meinung zu der selbst gehosteten CMS Software Winter CMS? Dazu würde mich insbesondere die Meinung eines Backend Entwicklers interessieren, der sich Winter CMS schon intensiv angesehen hat. Nutze die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag, um anderen Deine Erfahrung zu einem alternativen CMS für WordPress mitzuteilen.

 

Wie komprimiere ich ein Video richtig – Was man beim Video encoding beachten sollte

Wie komprimiere ich ein Video richtig – Was man beim Video encoding beachten sollte

Videokomprimierung ist ein komplexes Thema. Es gibt unzählige Codecs (Compressor/Decompressor), mit denen man ein Video kleiner bekommt. Die Kunst dabei ist es, die Dateigröße für die jeweilige Verwendung angemessen zu reduzieren, ohne die visuelle Qualität zu stark zu beeinträchtigen. Es gibt unterschiedliche Gründe, eine Videodatei kleiner machen zu wollen. Sei es um Speicherplatz zu sparen, um es per E-Mail zu versenden, oder um es in angemessener Größe bei bestmöglicher Qualität auf der eigenen Website zeigen zu können. Alles, was Du wissen musst, um ein Video zu komprimieren, erfährst Du in diesem Beitrag.

Kostenlose Software für Videokonvertierung (Video Transcoding) Videokomprimierung (Video Encoding) downloaden

Um ein Video kleiner zu bekommen, gibt es zwei sehr gute kostenlose Video encoder/transcoder.

„Handbrake“ ist eine kostenlose Open Source Software, die für Windows, Mac OS und Linux verfügbar ist: https://handbrake.fr

Ebenfalls ein hervorragendes Tool, mit dem man auch alle modernen Webformate erstellen kann, ist der kostenlose „Video To Video Converter“: https://www.videotovideo.org. Den „Video To Video Converter“ gibt es nur für Windows und er ist auch als „Portable Version“ verfügbar. Eine „portable“ Software hat den Vorteil, dass sie nicht installiert werden muss und somit keine Einträge in der Registry hinterlässt.

Auch mit dem VLC Media Player kann man Videos konvertieren (transcodieren), nur ist der nicht ganz so komfortabel und intuitiv bedienbar.

Als kostenpflichtige Software sei da noch der Adobe Media Encoder zu erwähnen, der als ein Titel der Adobe Creative Cloud Software ausgeliefert wird.

Ein Video zu komprimieren bedeutet immer eine bewusste Entscheidung zwischen Dateigröße und Videoqualität zu treffen

Ungleich zu einem Bild, kann man die Dateigröße nicht verringern, indem man das Video einfach halb so groß speichert (rendert). Wenn ich ein Bild in der Größe 1920x1080px habe und es als JPG mit 50% Qualität speichere, erhalte ich eine Dateigröße X (je nach Motiv, Farben und Kontrast). Speichere ich dieses Bild nun in der halben Größe (960x540px) mit derselben JPG-Qualität (50%), dann erhalte ich ca. ein Viertel bis ein Drittel der Dateigröße X. Wer sich diese beiden Bildgrößen (Dimensionen) bildlich vorstellen kann, dem wird schnell auffallen, dass das kleine Bild genau 4x in das große Bild passt: Zwei mal nebeneinander und zwei mal untereinander.

Die Dateigröße eines Videos hingegen wird durch die Datenrate (Gesamtdatenrate) bestimmt. Die Gesamtdatenrate setzt sich zusammen aus der Datenrate für die Videospur (üblicherweise in Megabit pro Sekunde = mbps) plus die Datenrate für die Audiospur (üblicherweise in Kilobit pro Sekunde = kbps). Geben wir das Video nun in der halben Größe aus, dann müssen wir auch die Datenrate reduzieren, um eine kleinere Datei zu erhalten. Wenn man die Dimensionen (Bildgröße, Frame Size) eines Videos um 50% reduziert, dann reicht ein Viertel der Datenrate aus, um eine ähnliche Bildqualität zu erhalten. Das liegt daran, dass bei einer Verkleinerung auf 50% nur ein Viertel der gesamten Bildfläche komprimiert werden muss.

2019 11 01 glossar drei kubik aufloesung dimensions framesize Die Bildgröße im Wandel: Von SD TV bis 8k Kino

Beispiel: Wir haben ein Full HD Video (1920x1080px / 1080p) mit 20mbps. Wir verkleinern das Video um 50% und erhalten ein Video mit einer Bildgröße von 960x540px. Dieses können wir mit einer Videodatenrate von 5mbps speichern und erhalten eine ähnliche Bildqualität, wie bei dem FHD Video mit 20mbps. Und nun ratet mal, wieviel mbps dasselbe Video in UHD (3840x2160px / 2160p) haben muss, um eine ähnliche Bildqualität zu erhalten. Schreibt es in die Kommentare 😉

Die Videospur komprimieren wir nach aktuellem Standard mit dem H.264 Codec und die Tonspur mit dem AAC (MPEG4), AC3 oder MP3 Codec. Da man bei der Tonspur eh nicht so viele Daten einsparen kann und der Ton sich auch gut anhören soll, empfehle ich nicht unter 128kbps zu gehen. Besser noch 160kbps oder 192kbps. Das gesamte Video wird dann in einem MP4 Container gepseichert. Eine MP4 Datei ist nur ein Containerformat. Darin können Video- und Audiodaten stecken, die mit unzähligen Codecs komprimiert werden können. Hier ist eine schöne tabellarische Übersicht, welche wichtigen Containerformate es gibt und mit welchen Codecs diese kompatibel sind.

In den allermeisten Fällen ist der MP4 Container die beste Wahl. Für diesen Container haben sich die Codecs H.264 für die Videokomprimierung und AAC (MPEG4), AC3 oder MP3 für die Audiokomprimierung als Standard durchgesetzt. Noch besser für die Videokomprimierung ist der Nachfolger H.265 (auch HEVC genannt), aber der ist (noch) nicht so kompatibel und wesentlich rechenintensiver beim Rendern eines Videos aus einem Videoschnitt- oder Animationsprogramm, After Effects, Premiere oder dem Media Encoder.

Kenne die Eigenschaften des Quellmaterials

Damit man eine Videodatei nicht unnötig vergrößert, muss man das Ausgangsmaterial gut kennen und ggf. vor der Videokomprimierung kurz auf ein paar wesentliche Kennzahlen hin untersuchen. Mit Windows geht das schnell und einfach: Datei rechts anklicken und „Eigenschaften“ wählen. Dort unter „Details“ findet man alle Informationen zu einer Datei (Metadaten).

Pro Tip: Alle diese Metadaten könnt Ihr Euch auch in der Detailansicht des Windows File Explorers als Spalte einrichten und eine Liste mit diversen Videodateien danach sortieren. Für den Ordnertyp „Bilder & Videos“ empfehlen sich ebenfalls folgende Spalten: Länge, Datenrate, Dimensionen, Breite, Höhe, Bildbreite, Bildhöhe (Anmerkung: „Bildbreite“ und „Bildhöhe“ beziehen sich auf die Dimensionen von Videodateien, „Breite“ und „Höhe“ auf die Dimensionen von Bilddateien. Dies ist der etwas unglücklich gewählten Übersetzung für „Frame width“ und „Frame height“ geschuldet, vgl. FPS und BPS).

Ein normales Video im deutschen TV hat 25 Bilder Pro Sekunde (BPS), oder englisch Frames per Second (FPS). Kinofilme haben nur 24fps, weswegen ein 120 Minuten langer Kinofilm im TV nur 115,2 Minuten (96%) lang ist. Ungeschnitten! Dem einen „Frame“ mehr pro Sekunde (beim Abspielen des Films) sei dank 😉

Höhere Framerates verwendet man bei der Aufzeichnung eines Videos bei schnellen Bewegungen, oder wenn man eine flüssige Zeitlupe machen möchte. Ein Video mit 50/60 FPS kann man immer noch mit halber Geschwindigkeit flüssig ablaufen lassen. Möchte man eine flüssige Zeitlupe mit einem Viertel der Geschwindigkeit haben, dann filmt man am besten mit 100/120 FPS.

Dateieigenschaften unter Windows (Video File Properties)

Video encoding

In dem obigen Bild sehen wir die Eigenschaften einer 16 Sekunden langen Aufnahme der Fuji X-T2 Kamera in UHD (3840x2160px) mit 29,97 FPS (Frames Per Second, 30 FPS Drop-Frame Timecode). Die Angabe der Datenrate für die Videospur ist hier in Kilobit pro Sekunde (kbps oder auch KBit/s) angegeben. Verschieben wir das Komma um drei Stellen nach links erhalten wir die Datenrate in Megabit pro Sekunde (mbps oder auch MBit/s). Mehr Informationen über die Video- und Audiokomprimierung bietet der kostenlose VLC Media Player. Geht dazu im Titelmenü auf Tools (Werkzeuge) und wählt „Codec Information“ (oder drückt CTRL+J).

VLC Media Player Codec Information

Video encoding

Unser Beispielvideo hat eine Datenrate von rund 100mbps. Die Datei ist 204 MB groß. Nach einer Konvertierung in FHD (1080p) mit 29,97 FPS, 20mbps Video und 128kbps Audio ist die Datei nur noch knapp 40 MB groß. Ich habe die Dateigröße mit dieser Konvertierung um 80% reduziert. Eine Datenrate von 20mbps für ein Full HD Video ist für das menschliche Auge eine nahezu verlustfreie Komprimierung. Um ein Video bei YouTube hochzuladen, empfehle ich für ein 1080p Video eine Datenrate von 10-20mbps.

FHD Videos werden von YouTube mit dem H.264 Codec für die Videospur mit 4,3mbps und dem AAC (MPEG4) Codec für die Audiospur mit 125kbps codiert, wodurch sich eine Gesamtdatenrate von ungefähr 4,44mbps ergibt. 4k Videos werden von YouTube mit dem H.265/HEVC Codec komprimiert, weil dieser noch kleinere Dateien mit noch besserer Qualität erzeugt.

Diese Basisdaten unseres Quellmaterials sollten wir kennen, damit wir das Video bei der Konvertierung nicht unnötig „aufblähen“, denn wenn unser Quellmaterial eine Datenrate von 10mbps hat, dann wird die visuelle Qualität nicht besser, wenn wir es mit 20mbps codieren, wir erhalten aber trotzdem die doppelte Dateigröße.

Es ist nicht verkehrt, mal einen Test zu machen und dasselbe Video mit unterschiedlichen Einstellungen zu codieren, um Qualität und Dateigröße entsprechend der Dimensionen selbst beurteilen zu können.

Zum Abschluss habe ich hier eine kleine Übersicht mit empfohlenen Einstellungen für unterschiedliche Einsatzbereiche:

Ein FHD Video für den Upload auf YouTube

  1. Frame Size: 1920x1080px (FHD)
  2. Container: MP4
  3. Video CoDec: H.264, 25/30fps (30 ist US-Standard), 20mbps
  4. Audio CoDec: AAC(MPEG-4), 256kbps

Ein FHD Video auf YouTube hat ungefähr folgende Eigenschaften

  1. Frame Size: 1920x1080px (FHD)
  2. Container: MP4
  3. Video CoDec: H.264, 25/30fps (30 ist US-Standard), 5mbps
  4. Audio CoDec: AAC(MPEG-4), 128kbps

Ein UHD Video für den Upload auf YouTube

  1. Frame Size: 3840x2160px (UHD)
  2. Container: MP4
  3. Video CoDec: H.264 oder H.265/HEVC, 25/30fps (30 ist US-Standard), 60-80mbps
  4. Audio CoDec: AAC(MPEG-4), 256-320kbps

Ein UHD Video auf YouTube hat ungefähr folgende Eigenschaften

  1. Frame Size: 3840x2160px (UHD)
  2. Container: MKV (Matroska)
  3. Video CoDec: Google/On2’s VP9, 25/30fps (30 ist US-Standard), 5mbps
  4. Audio CoDec: AAC(MPEG-4), 128kbps

Ich hoffe dieser Beitrag konnte das komplizierte Thema Videokomprimierung auf das Wichtigste herunterbrechen und hilft dabei demnächst eine gute Entscheidung bei der Videokomprimierung zu treffen. Bei weiteren Fragen gerne die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag verwenden.

 

Open Source: Game Changer

Open Source: Game Changer

Die weltweite Open Source Community sind wahre Game Changer. Nur durch sie ist es klein- und mittelständischen Unternehmen möglich, im schnellen Umfeld der Digitalisierung und im digitalen Business mitzuhalten. In einigen Fällen scheint die Open Source Gemeinde sogar tonangebend und deren Arbeit Grundlage für viele kommerzielle Produkte zu sein, die ein Unternehmen teuer zu stehen kommen. Im digitalen Business gibt es für jedes Problem eine Softwarelösung. Nicht selten werden mehrere Softwaretitel benötigt (Tools Stack), um alle digitalen Prozesse angemessen bearbeiten zu können. All diese Softwaretitel müssen fehlerfrei miteinander zusammen funktionieren und über sogenannte API’s (Application Programming Interface) Daten miteinander austauschen.

Tool Stack – Mehrere Systeme zusammen ergeben ein Ganzes

Ein gutes Beispiel dafür ist die Automatisierung beim Betrieb eines Onlineshops. Die Shopsoftware läuft auf dem Webserver, aber im Hintergrund ist noch ein Warenwirtschaftssystem angeschlossen, das die Live-Daten des laufenden Onlineshops verarbeitet. Ähnlich ist es auch bei einer Website, auf der man sich für einen Newsletter anmelden kann. Das CMS der Website stellt ein Formular zur Verfügung, in das der Besucher seine Daten für den Newsletter eingeben kann. Diese werden dann an ein gesondertes System übermittelt, mit dem man den Versand von Newslettern bestmöglich bearbeiten und automatisieren kann.

Das sind sogenannte CRM Systeme (Customer Relationship Management), in denen es darum geht, seine Kunden genauestens kennenzulernen, um ihnen (möglichst automatisiert) hoch individualisierte Angebote per E-Mail unterbreiten zu können, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit brauchen und kaufen werden.

Ein System, das Ihre Kunden kennenlernt

Mit jeder Interaktion auf der Website oder im Onlineshop lernt das Unternehmen seine Kunden besser kennen und teilt die Newsletter-Abonnenten in Segmente ein, belegt sie mit Tags (engl.), levelt sie hoch oder runter, vergibt Punkte, oder zieht diese wieder ab, um am Ende einer (automatisierten) E-Mail-Kampagne die lukrativsten und kaufbereitesten Kunden ausfindig zu machen, denen dann automatisiert weitere, maßgeschneiderte Angebote per E-Mail unterbreitet werden. Dies führt zu Conversion Rates weit jenseits der Zweistelligkeit.

Das alles können hoch komplexe CRM Systeme, die lange Zeit nur zu sehr hohen monatlichen Kosten als Servicemodell verfügbar waren (SaaS: Software as a Service), wie z.B. HubSpot, marketo (Adobe), GetResponse, Oracle Marketing Cloud und viele weitere…

Gerade wenn Sie noch nicht wissen, ob solche Systeme wirklich einen so großen Nutzen für Sie haben, oder ob Sie mit der Technik klarkommen werden ist das verbunden mit den hohen monatlichen Kosten eine große Hürde, um in das Online-Marketing mit Marketing-Automation einzusteigen.

Bleiben Sie wettbewerbsfähig zum Nulltarif

Haben Sie diese hohen Kosten bisher immer davon abgehalten ins E-Mail-Marketing einzusteigen? Oder waren es eher technische Herausforderungen? Ich kann Ihnen auf Basis kostenloser Open Source Lösungen Zugang zum automatisierten E-Mail-Marketing verhelfen. Wenn Sie wissen möchten, was sie benötigen und was sie tun sollten, um erfolgreich eine eigene Website mit Newsletter-Anmeldung betreiben zu können, nehmen Sie Kontakt zu mir auf lassen sich bis zu einer Stunde lang kostenlos und ganzheitlich beraten.

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Vertrag widerrufen
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