WordPress Marktanteil auf 42% gestiegen! Gibt es Alternativen zu WordPress?

Mehr als 42% aller Webseiten der Welt nutzen aktuell WordPress. Vor wenigen Jahren waren es „nur“ ein Drittel. Ende 2020 wurde vom t3n Magazin sogar ein Marktanteil von 50% im Jahre 2025 prognostiziert. WordPress ist zweifelsohne ein sehr reifes System, das für jedes Problem eine Lösung in Form eines PlugIns bereitstellt. Viele Anbieter von SaaS Lösungen bieten auch ein PlugIn für die einfache Integration ihrer Services in die bestehende WordPress Website an. Aus WordPress lässt sich fast alles machen. Und das macht WordPress so interessant.

Was macht WordPress so attraktiv für Entwickler und Anwender?

Es gibt Markplätze für Themes (Aussehen und UX)* und PlugIns (Funktionserweiterungen)*. Moderne Themes stellen jedoch auch oft sehr mächtige Funktionen* bereit, die dem Umfang eines separaten PlugIns in keinster Weise nachstehen. Und nicht nur das. Die Themes werden auch immer dynamischer. Es gibt nicht mehr nur „Theme Options“, in denen man Farben, Schriften, Logo und Ähnliches konfigurieren kann. Viele große Themes kommen mit einem Theme Builder* daher, mit dem man alle Teile einer Website mit der Funktion eines einfachen Page Builders selbst aufbauen kann (Info: Unterschied Page Builder und Theme Builder). Diese Teile sind z.B. der Header mit einem Hauptmenü, der Content-Bereich, eine Seitenspalte, der Footer und eine Fußzeile. Aber auch ganz individuelle Teile sind möglich und können je nach Bedarf mit einem Theme Builder aufgebaut werden.

Auf der anderen Seite werden auch die Page Builder PlugIns (z.B. Divi*, Elementor* und WP Bakery) immer mehr zu einem Theme Builder. Wer also seine Website mit den Page Builder PlugIns Divi*, Elementor* oder WP Bakery aufbaut, der ist am besten beraten, sich ein möglichst einfaches, leichtgewichtiges Theme auszusuchen und für das Design der Website vom Theme Builder Gebrauch zu machen.

Elementor* bietet für den Einsatz des Page und Theme Builders ein „Lightweight Theme“ namens „Hello Elementor“ an. Das macht Sinn, weil diese hochentwickelten, modernen PlugIns schon alle benötigten Ressourcen integriert haben, so dass ein aufgeblasenes Theme in Kombination mit einem Theme Builder einfach nicht mehr nötig ist und sogar schaden kann, weil es zu sehr fatalen Konflikten bei der Bereitstellung diverser Ressourcen kommen kann.

Ich bin ein großer Fan des Divi Themes*, das die Funktionalität des Divi Page und Theme Builders integriert hat. Diesen kann man aber auch als PlugIn erwerben und mit anderen Themes verwenden. Dabei sollte man sich allerdings im Vorfeld über Kompatibilität informieren, denn nicht jedes Theme ist zu 100% kompatibel mit allen Page und Theme Buildern.

Zu WordPress gibt es mittlerweile aber auch alternative CMS, die ebenfalls als selbst gehostete Open Source Lösung zum Einsatz kommen können und eine strikte Trennung von Code und Design zur Maxime haben. Ganz nach dem Vorbild von WordPress werden für diese Systeme auch eigene Marktplätze eingerichtet, in denen man Themes und PlugIns herunterladen kann, um das Basis CMS zu erweitern und im Design anzupassen.

October CMS – eine Alternative zu WordPress?

Eines davon habe ich vor ca. 1,5 Jahren installiert und ausprobiert und war sehr begeistert von October CMS. Es gibt einen integrierten Marktplatz für Themes (Aussehen) und PlugIns (Funktionserweiterungen), in dem man direkt aus dem Backend gewünschte Themes und PlugIns finden und mit zwei Klicks installieren und aktivieren kann. ABER ACHTUNG: October CMS ist mittlerweile KEIN kostenloses System mehr! Seit Anfang 2021 vollzogen sich in der Entwicklung von October CMS große Änderungen. Es ist jetzt nur noch gegen eine jährliche Gebühr nutzbar. Demnach müsste ich für meine eigenen Websites nun $240 pro Jahr berappen und für Kundenaufträge entweder auf die „Gold License“ (unlimited Projects) für $1,397 pro Jahr updaten, oder mich nach einer Alternative umsehen.

Winter CMS – Die Alternative zu WordPress!

Gut, dass eine Alternative auch direkt von einem Teil des Entwicklerteams von October CMS zur Verfügung gestellt wird. Viele waren mit diesem Weg in der Weiterentwicklung von October CMS nicht einverstanden und haben die Entwicklung geforkt und als Winter CMS neu aufgelegt. Man hält an dem ehrgeizigen Ziel weiterhin fest:

“Our big picture goal is to continue to grow and improve and eventually take over WordPress as the CMS of choice around the world.”

Wie der Ursprung (October CMS) von Winter CMS auch, basiert dieses System auf dem modernen und flexiblen PHP Framework Laravel, in dem Sicherheit und Performance an erster Stelle stehen. Damit liegt Winter CMS eine sehr moderne und zukunftsorientierte Codebase zugrunde.

An einem eigenen Marktplatz für Themes und PlugIns wird derzeit noch gearbeitet, aber man kann Erweiterungen noch aus dem Marktplatz von October CMS beziehen. Dabei sollte man auf die Versionen und Kompatibilität achten. Was genau geschehen ist und was es bei der Nutzung des October CMS Marktplatzes zu beachten gibt, findet Ihr in hier und in diesem Beitrag.

Fazit: Braucht es eine Alternative für WordPress? Wenn ja, warum?

WordPress ist seit der Erstveröffentlichung von WordPress 1.0 am 3. Januar 2004 von einer reinen Blogsoftware für Artikel mit einem Beitragsbild zu einem vollwertigen CMS herangereift, das durch diverse PlugIns mit allen gewünschten Funktionen ausgestattet werden kann, die man sich als Website-Betreiber wünscht.

WordPress – der Platzhirsch!

WordPress wird regelmäßig weiterentwickelt und mit dem Update auf WordPress Version 5.0 am 6. Dezember 2018 wurde auch der etwas in die Jahre gekommene TinyMCE Editor durch den Gutenberg Editor ersetzt und damit völlig neue Möglichkeiten in Richtung „Page Building“ geschaffen. Wer also keines der bekannten Pagebuilder und/oder Themebuilder PlugIns wie Divi, Elementor, WP Bakery (aka. Visual Composer) oder den Beaver Builder nutzt, dem werden nun auch mit dem Standard WordPress Editor „Gutenberg“ völlig neue Möglichkeiten der Webseiten- und Websitegestaltung geboten.

Insbesondere mit dem letzten großen Update „Joséphine“ auf WordPress 5.9 Anfang 2022, wurde mit der Einführung des neues WordPress Standard Themes „Twenty-Twentytwo“ erstmals mit einem Standard-Theme aus dem Hause der WordPress Entwickler der Weg in Richtung „Block Themes“ beschritten, die nun eine in WordPress integrierte Möglichkeit der freien Gestaltung aller Bereiche einer Website mit Hilfe des Gutenberg Block Builders darstellen. Die Funktion ist ähnlich der Funktion großer Theme Builder PlugIns wie Divi, Elementor und co.: Mann kann nun den visuellen Editor Gutenberg dazu nutzen, um auch die statischen Elemente, bzw. Page Templates selbst mit der Funktion eines Page Builders aufzubauen.

Auch die Marktplätze rund um WordPress Themes und PlugIns, allen voran Envato’s Themeforest* und Codecanyon*, haben ganze „Ökosysteme“ für Webdesigner und Websitebetreiber geschaffen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung in Forms eines Themes* oder PlugIns* und es kommen ständig neue hinzu, die sich zumeist an den Funktionen großer, erfolgreicher SaaS Projekte orientieren, um jedem die Möglichkeit zu bieten, mit WordPress und einem entsprechenden Theme und/oder PlugIn ähnliche Projekte zu realisieren. Ein simples Beispiel ist „eBay Kleinanzeigen“, das in seiner Funktion sehr leicht und kostengünstig durch den Einsatz der richtigen Themes* oder PlugIns* mit WordPress nachgebildet werden kann. Auch Booknetic* ist ein PlugIn für WordPress, mit dem man sich nicht nur eine Terminbuchungsoption auf der eigenen Website für einmalig $79 (zzgl. Steuern und Envato Gebühren) einrichten kann, sondern (durch den Erwerb einer erweiterten Lizenz) auch eine eigene SaaS Service-Plattform wie Calendly auf Basis von WordPress aufbauen kann.

Wenn man sich damit auf eine gute Nische spezialisiert, dann steht einer erfolgreichen und gut monetarisierbaren WordPress Website nichts mehr im Wege.

Winter CMS – Warum Winter CMS eine Alternative zu WordPress ist!

Simpel gesagt: Weil die Technologie sich geändert hat! Jemand der Anfang 2020 ein Webprojekt wie ein CMS konzipiert, dem stehen nicht nur wesentlich modernere Technologien zur Verfügung, der wird die gesamte Konzeption der Codebase auch wesentlich erfahrener und strukturierter angehen, als man es noch 2005 getan hat. Winter CMS – die im März 2021 abgespaltene Parallelentwicklung von October CMS – wurde erstmalig am 4. Juli 2016 als erste „Stable Release“ unter dem Namen October CMS veröffentlicht.

Bereits 2016 konnten die Entwickler von October CMS auf ein sehr ausgereiftes PHP Framework Laravel in der 5.1 LTS (Long Term Support) zurückgreifen und von Anfang an eine Codebase auf Basis moderner Web 2.0 Technologien konzipieren. Laravel wiederum basiert auf dem Symfony Framework, das schon seit dem 18. Oktober 2005 als kostenloses, OpenSource Entwicklungsframework für PHP Projekte veröffentlicht wird und die 2009 erstmalig veröffentlichte Twig Template Engine einsetzt.

Laravel gilt als eines der leistungsstärksten, entwicklungsfreundlichsten und meist genutzen PHP-Frameworks weltweit. Entwicklungszeiten werden signifikant verkürzt, das Thema „Cyber Security“ spielt eine große Rolle und auch die Performance des Laravel Frameworks gilt als höchst performant.

Ob es dem Team hinter Winter CMS gelingt, genug Entwickler auf seine Seite zu ziehen, um einen reichhaltigen Marktplatz mit Erweiterungen und Themes zu etablieren, wie es ihn für WordPress bereits gibt, bleibt abzuwarten.

Wenn Winter CMS einen entsprechenden Marktanteil erreicht, dann wird auch Envato höchstwahrscheinlich eine neue Rubrik auf seinen zwei Markplätzen Codecanyon* und Themeforest* einrichten: Winter CMS. Zuerst muss es dem Team hinter Winter CMS (nach dem Rückschlag durch die Entwicklung von October CMS) erst einmal gelingen, einen eigenen Marktplatz mit kostenlosen PlugIns und Themes für Winter CMS zu etablieren, um potentiellen Nutzern einen Anreiz zum Umstieg von WordPress auf Winter CMS zu bieten. Damit wären meiner Meinung nach für Winter CMS alle Voraussetzungen für eine weitere Durchdringung des Marktanteils im Bereich „Self-hosted OpenSource CMS“ geschaffen.

Wer ein wenig freie Ressourcen hat, der sollte sich Winter CMS auf jeden Fall einmal installieren und ansehen. Ich war Mitte 2020 schon sehr von October CMS beeindruckt, das nun leider ausschließlich als SaaS Modell vertrieben wird. Die benötigte Software muss also auf Basis diverser Preismodelle „gemietet“ (lizenziert) werden. Damit haben die Entwickler hinter October CMS sich selbst leider die Möglichkeit genommen, eine ernsthafte Alternative für WordPress zu werden und das daraus geforkte Projekt Winter CMS im Fortschitt um mehrere Monate oder vielleicht sogar Jahre zurückgeworfen.

Es bleibt auf jeden Fall spannend abzuwarten, welche Möglichkeiten uns durch Winter CMS insbesondere im Bereich PWA (Progressive Web App) geboten werden. Ein System, das ich auf jeden Fall auf einer Subdomain geparkt habe, um immer über den aktuellen Stand und die Update-Routinen von Winter CMS Core, PlugIns und Themes über einen längeren Zeitraum hinweg zu testen.

Hast Du bereits erste Erfahrungen mit October CMS oder Winter CMS gemacht? Wie ist Deine Meinung zu der selbst gehosteten CMS Software Winter CMS? Dazu würde mich insbesondere die Meinung eines Backend Entwicklers interessieren, der sich Winter CMS schon intensiv angesehen hat. Nutze die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag, um anderen Deine Erfahrung zu einem alternativen CMS für WordPress mitzuteilen.

 

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