In vielen Fällen sind auch selbst erstellte Handy-Aufnahmen ausreichend, wenn Sie beim Filmen von Handy-Videos ein paar Dinge beachten. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche drei Dinge Sie für ein professionelles Smartphonevideo unbedingt beachten sollten.

Tipp Nr. 1 – AE/AF Lock Funktion nutzen

Nutzen Sie die AE/AF Lock Funktion im manuellen Modus Ihrer Kamera App. AE/AF steht für „Auto Exposure“ und „Auto Focus“ (dt. „Automatische Belichtung“ und „Automatische Schärfe“). Mit der AE/AF Lock Funktion setzen Sie diese automatischen Kameraeinstellungen fest, um automatische Belichtungskorrekturen und eine Veränderung des Fokus während der Aufnahme zu vermeiden. Wenn Sie in unterschiedlichen Lichtverhältnissen aufnehmen müssen, machen Sie lieber zwei Sequenzen mit festgestellter Belichtung und festgestelltem Fokus daraus, als eine automatische Anpassung während der Aufnahme in Kauf zu nehmen. Ganz besonders deutlich wird diese Anpassung, wenn man mit laufender Aufnahme ein Gebäude betritt.

Tipp Nr. 2 – Hohe Motivkontraste vermeiden

Vermeiden Sie Gegenlichtaufnahmen. Wenn Sie in geschlossenen Räumen photographieren oder filmen, ist auch eine Aufnahme durch ein Fenster bereits eine Gegenlichtaufnahme. Ganz gleich, ob die Sonne scheint, oder der Himmel bedeckt ist, stellt das Licht von draußen die größte Lichtquelle dar, während es im Inneren Raumteile geben mag, wo kaum Licht hinfällt. Ihr Motiv hat dann einen sehr hohen Motivkontrast, was sich entweder in fast weißen überbelichteten Bereichen oder fast schwarzen unterbelichteten Bildbereichen innerhalb eines Bildausschnittes offenbart.

Tipp Nr. 3 – Kamera nicht nach oben oder unten kippen

Halten Sie Ihre Kamera immer im Lot. Achten Sie vor der Aufnahme darauf, dass die Vertikalen auf dem Bild auch tatsächlich vertikal sind. Gleichen Sie schiefe Fluchten ggf. durch leichtes Kippen des Smartphones aus. Wenn Sie Dinge aufnehmen möchten, die sich weiter oben befinden, halten sie die Kamera eher nach oben, als sie nach oben zu kippen. Durch das Kippen der Kamera nach oben oder unten entstehen unnatürliche Fluchten, was insbesondere Gebäude und Räume sehr schief wirken lässt. Dies sehen wir mit unseren Augen nicht so, wenn wir unseren Blick nach oben oder unten richten, da unser Gehirn in der Lage ist ein dreidimensionales Bild aus dem Gesehenen zu erzeugen. Ein Photo ist jedoch nur eine planare Abbildung und erzeugt daher beim Kippen der Kamera unnatürlich wirkende Fluchten auf einem zweidimensionalen Medium.

Tipp Nr. 4 – Niemals hochformatig filmen

Okay, „niemals“ ist vielleicht zu absolut gesagt, denn es mag Anwendungsfälle geben, für die ein hochformatiges Video sinnvoll sein mag. Diese haben alle eines gemeinsam: Sie sind ausschließlich für die Betrachtung auf Smartphones gemacht. Wenn Sie sich eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten für Ihre Videos offen lassen wollen, vermeiden Sie hochformatige Videos unbedingt. Auch wenn es nur Urlaubserinnerungen sind, oder Schnappschüsse einer schönen Party, sollten Sie keinesfalls hochformatige Videos filmen, weil uns der Himmel und der Boden schließlich am wenigsten interessiert. Wir wollen sehen, was links und rechts passiert. Das lustige Video „Vertical Video Syndrome – A PSA“ von Glove and Boots geht sogar so weit, das Filmen hochformatiger Videos als Krankheit zu persiflieren und erklärt auf humorvolle Weise, warum wir auf hochformatige Videos verzichten sollten.

Tipp Nr. 5 – Aufnahmeformat checken

Viele Smartphone-Hersteller haben standardmäßig kleine und stärker komprimierte Videoformate voreingestellt. Prüfen Sie deshalb bei einem neuen Smartphone immer als erstes die voreingestellte Kameraqualität und stellen sie ggf. auf die beste verfügbare Qualität in Full HD (Bildgröße 1920x1080px) um. Von 4k UHD Videos (Bildgröße: 3840x2160px) ist aus mehreren Gründen abzuraten:

1. Die kleinen Sensoren in den Mobiltelefonen können gar nicht so viele Bildinformationen erfassen, wie es für ein gestochen scharfes 4k UHD Video erforderlich wäre. Insofern ist hier mal wieder größer nicht unbedingt besser.

2. Handykameras speichern relativ stark komprimierte Videos ab. Dieselbe Datenrate (Komprimierung, z.B. 20mBit) für ein FHD und ein UHD Video führt trotz 4fach größerem Bild zur selben Dateigröße. Das geht natürlich nur dadurch, dass die Komprimierung (der visuelle Verlust) bei dem UHD Video viel größer ist.

3. Wegen der hohen Anforderungen an die Hardware beim Aufnehmen komprimierter UHD Videos laufen die Geräte schnell heiß und saugen den Akku rasant leer.

4. Wegen der starken Hardwareanforderung werden UHD Videos mit weniger Bildern pro Sekunde (BPS, engl. FPS – Frames per Second) aufgezeichnet, was schnelle Bewegungen und Schwenks ruckelig wirken lässt.

Bleiben Sie also (vorerst noch) bei Full HD Videos. Das wird vermutlich auch die nächsten 5-10 Jahre noch für Smartphone Videos ausreichend sein, solange keine größeren Sensoren darin verbaut werden.

 


Haben Ihnen diese 5 Tipps geholfen? Oder setzen Sie diese bereits erfolgreich in der Praxis um? Wir hoffen Ihnen mit diesen 5 praktischen und einfach umzusetzenden Tipps zu professionelleren Smartphone-Videos geholfen zu haben. Sollten Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Videos mit dem Handy haben, schreiben Sie einen Kommentar unter diesem Beitrag.

  • Karsten sagt:

    Super, danke für die Tipps!